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Glossar

Anwendungserlass#

Anweisung eines Ministeriums an die nachgeordneten Behörden wie ein Gesetz und/oder eine Verordnung auszulegen und anzuwenden ist – beim Finanzministerium oft als „BMF-Schreiben“ bezeichnet.

AO (Abgabenordnung)#

Abgabenordnung, ein zentrales Gesetz des Steuerrechts, in dem die wesentlichen Anforderungen an die BuchfĂŒhrung und damit auch die KassenfĂŒhrung festgelegt ist. TSE und Kassen-Nachschau werden in den Paragraphen 146a und 146b behandelt, Bußgelder fĂŒr VerstĂ¶ĂŸe dagegen in den Paragraphen § 379.

AuthentizitÀt (TSE)#

Im Zusammenhang mit der TSE bedeutet AuthentizitÀt, dass die Daten tatsÀchlich vom angeblichen Urheber, z.B. dem jeweiligen Unternehmen stammen.

BMF#

Bundesministerium der Finanzen

BSI#

Bundesamt fĂŒr Sicherheit in der Informationstechnik, verantwortlich fĂŒr Konzeption und Zertifizierung der TSE.

DSFinV-K#

„Digitale Schnittstelle der Finanzverwaltung fĂŒr Kassensysteme“, eine Standardisierung der Kassenaufzeichnungen. Dabei handelt es sich weitgehend um die vom DFKA e.V. definierte Taxonomie fĂŒr Kassendaten. Die Taxonomie bildet die Daten standardmĂ€ĂŸig in einem JSON-Format ab (das z.B. gut erweiterbar ist) und bietet einen Weg, die Daten in eine CSV-Struktur (mehrere miteinander verknĂŒpfte Tabellen) zu konvertieren. Da die Finanzverwaltung nur CSV-Daten auswerten kann, nutzt die DSFinV-K diese Darstellung.

Einheitliche digitale Schnittstelle#

Begriff aus § 146a AO, dessen Bedeutung bei der Formulierung des Gesetzes noch nicht klar definiert war. Daher sind daraus in der Praxis drei Schnittstellen entstanden: die „Exportschnittstelle“ der TSE (Schnittstelle fĂŒr Datenabruf aus der TSE), die „Einbindungsschnittstelle“ der TSE (Schnittstelle fĂŒr die Kommunikation der Kasse mit der TSE, die aber aufgrund der „Technologieoffenheit“ nur eine Empfehlung und damit nicht einheitlich ist) und die DSFinV-K.

Einzelaufzeichnung#

Darunter versteht die Finanzverwaltung die getrennte Aufzeichnung jedes einzelnen GeschĂ€ftsvorfalls, so dass dessen Inhalt eindeutig nachvollziehbar ist. Laut Anwendungserlass zum § 146 sind dazu aufzuzeichnen: der “verkaufte, eindeutig bezeichnete Artikel, der endgĂŒltige Einzelverkaufspreis, der dazugehörige Umsatzsteuersatz und -betrag, vereinbarte Preisminderungen, die Zahlungsart, das Datum und der Zeitpunkt des Umsatzes sowie die verkaufte Menge bzw. Anzahl”.

Elektronisches Aufzeichnungssystem, Kasse, Registrierkasse, Kassensystem, Eingabestation ("Terminal"),#

Elektronisches Aufzeichnungssystem#

Elektronische Aufzeichnungssysteme sind elektronische oder computergestĂŒtzte Kassensysteme oder Registrierkassen einschließlich Tablet basierter Kassensysteme oder Softwarelösungen (z. B. Barverkaufsmodule), die fĂŒr den Verkauf von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen und deren Abrechnung spezialisiert sind und eine „Kassenfunktion“ haben.

Kassenfunktion haben elektronische Aufzeichnungssysteme dann, wenn diese der Erfassung und Abwicklung von zumindest teilweise baren ZahlungsvorgĂ€ngen dienen können. Dies gilt auch fĂŒr vergleichbare elektronische, vor Ort genutzte Zahlungsformen (Elektronisches Geld wie z. B. Geldkarte, virtuelle Konten oder Bonuspunktesysteme von Drittanbietern) sowie an Geldes statt angenommener Gutscheine, Guthabenkarten, Bons und dergleichen. Eine Aufbewahrungsmöglichkeit des verwalteten Bargeldbestandes (z.B. Kassenlade) ist nicht erforderlich.

Kassenfunktionen, die beispielsweise in ERP- oder Warenwirtschaftssystemen integriert sind, fallen unter die Definition der elektronischen Aufzeichnungssysteme.

Was sind keine elektronischen Aufzeichnungssysteme

Fahrscheinautomaten, Fahrscheindrucker, elektronische Buchhaltungsprogramme, Waren- und Dienstleistungsautomaten, Geldautomaten, Taxameter und WegstreckenzÀhler sowie Geld- und WarenspielgerÀte gehören nicht dazu.

Schutz durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung

GrundsĂ€tzlich ist jedes eingesetzte elektronische Aufzeichnungssystem, sowie die damit zu fĂŒhrenden digitalen Aufzeichnungen durch eine zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung zu schĂŒtzen.

Werden mehrere einzelne elektronische Aufzeichnungssysteme (z. B. Verbundwaagen, Bestellsysteme ohne Abrechnungsteil, App-Systeme) mit einem Kassensystem verbunden, dann wird es nicht beanstandet, wenn die damit zu fĂŒhrenden digitalen Aufzeichnungen mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung geschĂŒtzt werden, die alle im Verbund befindlichen elektronischen Aufzeichnungssysteme gemeinsam nutzen.

ComputergestĂŒtztes Kassensystem#

Unter einem computergestĂŒtzten Kassensystem versteht man eine EDV-Lösung zur Einbindung von PeripheriegerĂ€ten (z. B. Drucker oder externe DatentrĂ€ger) oder Software mit einer PC- oder elektronischen Registrierkasse.

PC-Registrierkasse#

Eine PC-Registrierkasse kann die Daten auf einem internen DatentrĂ€ger oder per DatenĂŒbermittlung extern aufbewahren.

Elektronische Registrierkasse#

Eine elektronische Registrierkasse ist ein auf den Verkauf von Waren oder Dienstleistungen spezialisiertes DatenerfassungsgerÀt, das elektronische Aufzeichnungen zur Dokumentation von EinzelumsÀtzen zu erstellen hat. Eine solche Registrierkasse kann mit einer oder mehreren Eingabestationen verbunden sein.

Eingabestation ("Terminal")#

DatenerfassungsgerĂ€t, welches elektronische Aufzeichnungen an die mit ihr verbundene elektronische Registrierkasse zum Zwecke der Dokumentation von EinzelumsĂ€tzen ĂŒbermittelt.

Kassenseriennummer#

Die Kassenseriennummer ist eine eindeutige Information, die auf den Beleg gedruckt werden muss. Dazu wird von fiskaltrust die ftCashboxIdentification verwendet, Base64-kodiert, Sonderzeichen entfernt und von der fiskaltrust.Middleware im Signatur-lock in der Response (ftSignatureType) zurĂŒckgeliefert. Die ftCashboxIdentification selbst ist die frei wĂ€hlbare, eindeutige Bezeichnung fĂŒr eine Queue. Sie wird auch von der SCU als ClientId fĂŒr die TSE verwendet. Deshalb ist es wichtig hierbei einen "printable string" mit maximal 20 Zeichen einzugeben.

Verwendung der oben beschriebenen Begriffe im Kontext von fiskaltrust#

Bei fiskaltrust wird im Sinne der Vereinfachung fĂŒr die PC-Registrierkasse, Elektronische Registrierkasse und Eingabestation der Begriff "Kasse" verwendet. Diese Kasse entspricht der zu konfigurierenden "Queue" im Portal, welche zugleich die zu fiskalisierende und dem Finanzamt zu meldende Einheit darstellt.

Ein Kassensystem ("PosSystem") lĂ€sst sich ĂŒber eine oder mehrere Queues, sowie einen oder mehrere Konfigurationscontainer ("Cashboxen"), flexibel abbilden.

Cashbox#

Die Cashbox ist ein Konfigurationscontainer, der die Konfiguration der einzelenen Komponenten der fiskaltrust.Middleware beinhaltet. Über die Cashbox können die Konfigurationen miteinander verbunden werden. So kann die Cashbox die Konfiguration von Queue, SCU und diversen Helper beinhalten und diese miteinander verbinden.

GeschÀftsvorfall#

Definition im Anwendungserlass: „GeschĂ€ftsvorfĂ€lle sind alle rechtlichen und wirtschaftlichen VorgĂ€nge, die innerhalb eines bestimmten Zeitabschnitts den Gewinn bzw. Verlust oder die Vermögenszusammensetzung in einem Unternehmen dokumentieren oder beeinflussen bzw. verĂ€ndern (z. B. zu einer VerĂ€nderung des Anlage- und Umlaufvermögens sowie des Eigen- und Fremdkapitals fĂŒhren)“.

GoBD#

„GrundsĂ€tze zur ordnungsmĂ€ĂŸigen FĂŒhrung und Aufbewahrung von BĂŒchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff” – Erlass zu den formalen Anforderungen an die BuchfĂŒhrung, die Aufbewahrung von steuerrechtlich relevanten Dokumenten und elektronischen Daten sowie den Datenzugriff unter Bezug auf die GrundsĂ€tze ordnungsmĂ€ĂŸiger BuchfĂŒhrung (GoB).

IntegritÀt (der Daten und TSE)#

IntegritÀt im Zusammenhang mit Daten bedeutet, dass diese seit der Erstellung unverÀndert geblieben sind. In Zusammenhang mit der TSE bedeutet es auch, dass keine DatensÀtze nachtrÀglich entfernt wurden.

KassenBetreiber ("PosOperator")#

Jeder, der ein GeschĂ€ft betreibt und dafĂŒr eine Registrierkasse benutzt ist fĂŒr fiskaltrust ein Kassenbetreiber. Wenn alles reibungslos lĂ€uft, bekommen KassenBetreiber von den erbrachten Dienstleistungen von fiskaltrust im Hintergrund nichts mit. Lediglich auf Anfrage von Steuerbehörden oder WirtschaftsprĂŒfern muss der KassenBetreiber auf die Einhaltung der KassenSichV hinweisen und mit Hilfe des KassenHĂ€ndlers die Daten bereitstellen, die den Anforderungen der Steuervorschriften entsprechen.

Der KassenBetreiber betreibt die fiskaltrust.Middleware lokal an seinem Standort.

KassenHĂ€ndler ("PosDealer")#

Der KassenHĂ€ndler (kurz „HĂ€ndler“) ist unabhĂ€ngiger VertriebshĂ€ndler, der [Hard- und] Software fĂŒr Kassen- und Abrechnungssysteme (kurz „Kassensysteme“) an den KassenBetreiber (kurz „Betreiber“) vertreibt.

Der HĂ€ndler ist ein Systemintegrator, welcher POS Software in POS Hardware integriert und Dienstleistungen fĂŒr die Installation und den Betrieb von Registrierkassen anbietet.

HĂ€ndler verkaufen verschiedene Pos-Systeme fĂŒr verschiedene Branchen weiter und stehen in direkter Beziehung zu PosOperatoren ("Betreiber"). HĂ€ndler verfĂŒgen ĂŒber hohe FĂ€higkeiten in Vertrieb, Projektmanagement und Kundenservice.

Der KassenHĂ€ndler vertreibt die fiskaltrust.Middleware als solche oder als Bestandteil seiner Produkte bzw. Leistungen und ĂŒbernimmt dafĂŒr den Support bei seinen Kunden.

KassenHersteller ("PosCreator")#

Der Kassenhersteller/PosCreator (kurz „Hersteller“) entwickelt, produziert bzw. programmiert Software fĂŒr Kassen ( kurz „Kassensoftware“).

Er integriert das fiskaltrust IPOS Interface in seine Software fĂŒr Pos-Systeme. Er verfĂŒgt ĂŒber hohe technische FĂ€higkeiten und vertreibt seine Produkte meist ĂŒber KassenhĂ€ndler. BerĂŒhrungspunkte mit KassenBetreiber entstehen lediglich ĂŒber spezielle Projekte oder ĂŒber seine KassenhĂ€ndler.

Der KassenHersteller integriert die fiskaltrust.Middleware in seine Software.

Kassen-Nachschau#

Zum 1.1.2018 neu gesetzlich eingefĂŒhrte Möglichkeit der Finanzbehörden, die KassenfĂŒhrung unangemeldet außerhalb normaler BetriebsprĂŒfungen zu kontrollieren. Auch vorher gab es einzelne Kassen-Nachschauen, die allerdings das bereits lĂ€nger existierende Instrument der Umsatzsteuer-Nachschau genutzt haben.

KassenSichV#

Kassensicherungsverordnung, hier sollen die allgemeinen Regeln in der AO konkretisiert werden (was nur teilweise erfolgt ist).

PrĂŒfwert#

In verschiedenen Vorschriften wird dieser Begriff statt „Signatur” verwendet.

Queue#

Siehe Queue Abstraktion.

Signatur#

Zu einer digitalen Nachricht (d. h. zu beliebigen Daten) kann mit Hilfe eines geheimen SignaturschlĂŒssels (dem Private Key) eine digitale Signatur berechnet werden. Diese Signatur ermöglicht es, mit Hilfe des öffentlichen VerifikationsschlĂŒssels (dem Public Key) die nichtabstreitbare Urheberschaft und IntegritĂ€t der Nachricht zu prĂŒfen. Um eine mit einem SignaturschlĂŒssel erstellte Signatur einer Person zuordnen zu können, muss der zugehörige VerifikationsschlĂŒssel dieser Person zweifelsfrei zugeordnet sein.

SCU#

Siehe SCU Abstraktion.

Standort ("Outlet", "Location")#

Standorte eines Unternehmens sind die Orte (PlĂ€tze, abgegrenzte RĂ€ume), denen betriebliches Leistungspotential zur DurchfĂŒhrung der Leistungsprozesse zugeordnet ist (z.B. Event-Locations im Rahmen der LeistungserfĂŒllung im Gastro/Catering-Bereich), sowie geographische Orte einer BetriebsstĂ€tte (z. B. Produktions-, Vertriebs-, VerwaltungsstĂ€tte).

In Deutschland muss jeder PosOperator fĂŒr jedes PosSystem und jeden Standort (Outlet) mindestens eine Queue betreiben.

TAR#

TAR ist ein Datenformat, mit dem viele Dateien zu einer zusammengefasst werden können. Der standardisierte Datenexport aus der TSE erfolgt in diesem Format. Daher ist mit „TAR-Datei” hier der Export aus der TSE gemeint.

Taxonomie#

Hier ist mit “Taxonomie” immer die DFKA-Taxonomie Kassendaten gemeint. Diese standardisiert hersteller- und branchenunabhĂ€ngig die Einzelaufzeichnungen und die TagesabschlĂŒsse von Kassensystemen. Damit können standardisierte Daten fĂŒr Kassen-Nachschauen und BetriebsprĂŒfungen bereitgestellt werden. Außerdem kann damit eine einheitliche Schnittstelle zwischen Kassensystemen und BuchfĂŒhrung hergestellt werden.

TSE#

(Zertifizierte) Technische Sicherheitseinrichtung, laut gesetzlicher Definition bestehend aus einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer „einheitlichen digitalen Schnittstelle“.

Verifikation (der Signaturen)#

Im Zusammenhang mit digitalen Signaturen die PrĂŒfung, ob die abgesicherten Daten unverĂ€ndert und vollstĂ€ndig sind (IntegritĂ€t) sowie vom angeblichen Absender stammen (AuthentizitĂ€t). Ob die Daten auch inhaltlich richtig sind (also z.B. korrekt erfasst wurden), wird in diesem Rahmen nicht ĂŒberprĂŒft.

Zertifizierung (TSE)#

BestĂ€tigung einer erfolgreichen PrĂŒfung der Übereinstimmung mit bestimmten Anforderungen. Im Falle der TSE hat das BSI mehrere technische Richtlinien und sog. Schutzprofile veröffentlicht. TSE-Hersteller können die Übereinstimmung ihres Produktes mit diesen Anforderungen von einer sog. PrĂŒfstelle untersuchen lassen, die ein Evaluierungsgutachten erstellt. Auf Basis dieses Gutachtens erteilt dann das BSI die Zertifizierung.

Zertifikat (kryptografisches)#

Damit ist meistens nicht die „Zertifizierungsurkunde” fĂŒr ein Produkt gemeint, sondern ein „kryptografisches Zertifikat”. Das ist ein Datensatz, der in einer abgesicherten Form kryptografische SchlĂŒssel mit anderen Daten wie z.B. der IdentitĂ€t einer Person verbindet. Mit einem Zertifikat kann man z.B. prĂŒfen, ob eine digitale Signatur wirklich von einer dazu berechtigten Person erstellt wurde.